Rummelplatz

frei nach dem Roman von Werner Bräunig

 

Im Zentrum des Stückes steht die Wismut AG, jener "Staat im Staate", der um 1950 rund 200.000 Menschen beschäftigt und für 60 Prozent der Uranproduktion der Sowjetunion verantwortlich ist.

 

Rummelplatz handelt von jungen Menschen, die nach dem Zusammenbruch Deutschlands am Ende des Zweiten Weltkrieges entwurzelt sind. Der desolate Zustand der Gesellschaft, das Überleben vieler Alt-Nazis, das Aufstreben neuer Politkasten und das Gewinnstreben alter und neuer Kapitalisten lähmt sie. Ihenen werden alle Zukunftsperspektiven und die Luft zum atmen geraubt. In der »Wismut«, diesem riesigen Uranbergbau-Betrieb im Erzgebirge, in der auch Bräunig selbst als Kumpel gearbeitet hat, treffen sie aufeinander, die Kriegsheimkehrer und Glücksritter, die Aufsässigen und die Idealisten, deutsche Bergleute und sowjetische Schachtleitung: Christian Kleinschmidt, der Professorensohn, der vor seinem Studium zur "Bewährung in die Produktion" muss. Peter Loose, ein rauer, aber ehrlicher Bursche. Nickel, der überzeugte Funktionär, Ruth Fischer, die junge Aktivistin und Feministin und noch einige andere, die vier Jahre nach Kriegsende, gelockt durch hohe Löhne, eine vergleichsweise gute Lebensmittelversorgung und die Abenteueratmosphäre, die dem Männerleben in den Massenquartieren anhaftete, ihre besten Jahre der Wismut AG opferten.

 

Werner Bräunig hat ein so ungeschminktes Bild der frühen Jahre in Ost und West gegeben- harte Arbeit, Mangelwirtschaft, Irrwege, alte Schächte, Rückschläge, Enge, Klaustrophobie. Alkohol, Prostituierte, die allgegenwärtigen russischen Soldaten- dass der Roman in die offizielle Kritik von Ulbricht und Honecker geriet und eine Veröffentlichung unmöglich wurde.

 

Es spielen: Isabelle Weh, Alica Weirauch, Ulli Arnold, Christian Fankhänel, Marvin Reich, Uwe Vogel, Thomas Weidauer u.a.

 

PREMIERE 9.11. um 20 Uhr

weitere Vorstellungen: 10.11. 20 Uhr/ 15.11. 19 Uhr/ 16.11. 20 Uhr

 


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