Elektra

frei nach Sophokles

Unsere Fritz Theater Amateurgruppe wagt sich an einen Klassiker der
griechischen Mythologie:
Elektra hat keine Ruhe mehr, seitdem ihre Mutter Klytaimnestra und deren Geliebter Aigisthos ihren Vater Agamemnon umgebracht haben. Während Klytaimnestra und Aigisthos schamlos ihre neue Beziehung leben und reuelos an der Spitze des Staates herrschen, sinnt Elektra auf blutige Rache. Ihre Schwester Chrysothemis lehnt es ab, sich an den Mordplänen ihrer Schwester zu beteiligen; sie hat sich mit den neuen
Herrschaftsverhältnissen abgefunden und stellt den neuen Frieden über die persönliche Rache. Elektras einzige Hoffnung ist das Warten auf die
Rückkehr des Bruders Orest und die Hoffnung, in ihm den ersehnten
Rächer des Vaters zu finden. Die Nachricht von Orests Tod, bringt Elektra dazu, den Mord an der Mutter selbst durchzuführen.
Sophokles stellt Elektras Schmerz über den Verlust des Vaters und ihre
Isolation ins Zentrum des Dramas.

 

Es spielen:
Elektren: Kristine Scholz/Giulia Bruns/ Maria Zhigljaey/ Nicola-Rabea Langrzik
Crysothemis: Lisa-Maria Albrecht
Klytaimnestra: Jana Viola Beinhorn
Weise: Ellen Jürgens
Wärter: Clara Leschner/Christian Fankhänel
Regie: Isabelle Weh
Assistenz: Alica Weirauch
Technik: Hardy Hoosman

FREIE Presse vom 13.09.2017

Im ewigen Kreislauf aus Mord und Rache

Das Fritz-Theater inszeniert mit Laien eine bedrückende "Elektra"

Von Matthias Zwarg


Chemnitz. "In meinem Herzen ist nichts als Finsternis. Ich lebe den Hass, ich suche den Tod." Die Selbsterkenntnis der antiken Elektra klingt wie das Bekenntnis eines heutigen Selbstmordattentäters. Diese Analogie war es auch, die Regisseurin Isabelle Weh dazu bewogen hat, das Drama frei nach Sophokles über die Rache der Elektra mit sieben Amateurschauspielerinnen und -schauspielern am Chemnitzer Fritz-Theater zu inszenieren. Was ihr gemeinsam mit Regieassistentin Alica Weirach eindrucksvoll gelungen ist.

Sie sind Studentin, Bundesfreiwillige, Auszubildende, Künstlerin, haben eben erst Abitur gemacht, arbeiten im Pflegedienst und als Medizintechniker. Für einen Abend aber sind sie Schauspielerinnen und Schauspieler. Genau genommen, für viele Abende, denn neben ihren sonstigen Verpflichtungen proben sie schon seit Februar für die anspruchsvolle Inszenierung. Clara Leschner hat gerade das Gymnasium abgeschlossen: "Seit einigen Jahren gehe ich oft ins Theater und konnte nun meinen Wunsch, auch mal selbst auf der Bühne zu stehen, umsetzen." Einige der Akteure haben schon in Stücken für Kinder an dem von Isabelle Weh und ihrem Partner Hardy Hoosman geleiteten Privattheater mitgespielt, das durch seine lebensfrohe Begeisterung für die Bretter, die die Welt bedeuten, viele Theaterfreunde auch über Chemnitz hinaus anzieht. Nicht nur als Zuschauer, auch als Mitmachende, vom Techniker bis zur Schauspielerin. "Wir haben gerade so viele Talente in der Truppe, denen wir die Gelegenheit geben wollten, in einem Stück für Erwachsene mitzuspielen", sagt Weh. Bei den Proben ist teilweise die Mühe der monatelangen Arbeit noch zu spüren. Aber alle haben den komplizierten Stoff angenommen und setzen ihn überzeugend um.

Elektras Mutter Klytaimnestra und deren Geliebter Aigisthos haben den Vater Agamemnon "geschlachtet". Seither sinnt Elektra, in ihrer grausamen Zerrissenheit von Christine Scholz, Giulia Bruns, Maria Zhigljaev und Nicola-Rabea Langrzik gespielt, auf blutige Rache. Es entwickelt sich ein bedrückendes Szenario, in dem die Elektren mal im Chor, mal einzeln auf den Bruder Orest hoffen, der den Tod des Vaters rächen soll - während zwei Wärter (Clara Leschner und Christian Fankhänel) unberührt das ideelle, mit Puppengliedmaßen übersäte Gefängnis alter Denkmuster säubern. Das Schlimme: Alle haben für alles immer einen Grund. Klytaimnestra (unnahbar: Jana Viola Beinhorn) etwa rechtfertigt den Mord an ihrem Mann damit, dass der bereit war, Tochter Iphigenie zu opfern. Nur Elektras Schwester Crysothemis (hervorragend: Lisa-Maria Albrecht) wagt es, den Kreislauf zu durchbrechen: "Wir müssen gehorchen, wenn wir frei sein wollen." Das Stück endet in einem Blutbad, bis irgendwann die Menschen dem Rat der weisen Frau (Ellen Jürgens) folgen: Man muss aufhören, zu hassen.

 


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